Weil Mallorca eben nicht nur Ballermann ist – mein Hideaway-Urlaub im luxuriösen Castell Son Claret
Castell son Claret
Ein Wochenende voller Ruhe, Oliven und Genuss – fernab von Sangria-Eimern und Beach Clubs. Willkommen im Castell Son Claret – einem Ort, an dem Mallorca zeigt, wie elegant, achtsam und still Luxus sein kann.

Ein Schloss in den Bergen – und doch nur 25 Minuten von Palma
Wenn man durch das schmiedeeiserne Tor des Castell Son Claret fährt und die prächtige Auffahrt hinauf zum erhöht gelegenen Castell nimmt, lässt man den stressigen Alltag automatisch hinter sich. Vielleicht ist es der Alltagslärm, vielleicht auch einfach dieser konstante Strom aus To-dos, Terminen und Benachrichtigungen.
Hier draußen, am Fuße des Tramuntana-Gebirges, herrscht Stille – dieses wohltuende „Nichts-müssen-Gefühl“, das man viel zu selten spürt.

Das ehemalige Schloss, dessen Geschichte bis ins Jahr 1450 zurückreicht, liegt auf 132 Hektar Land und wirkt fast wie eine kleine Welt für sich. Statt lauter Beats hört man hier nur das Rascheln der Zypressen und das leise Plätschern der Brunnen im Innenhof.

Wer sich zwischendurch etwas bewegen möchte, kann eine Wanderung auf den Galatzó, den dritthöchsten Berg Mallorcas, unternehmen – der Einstieg liegt quasi direkt um die Ecke.
Auch die Geschichte des Castell ist erzählenswert: Einst war das Anwesen die Sommerresidenz verschiedener wohlhabender mallorquinischer Familien aus Palma. Seit 2010 befindet sich das Castell Son Claret in Privatbesitz und wird seither unabhängig geführt – mit spürbarer Leidenschaft für Details, Gastfreundschaft und Authentizität.
Hideaway-Vibes deluxe
Das Castell son Claret…
…hat 43 Zimmer, unterteilt in 11 Kategorien – jedes davon individuell gestaltet. Keine sterile Hotellinie, sondern Räume mit Charakter.
Ich durfte zwei Nächte in einer hellen, großzügigen Suite mit Terrasse verbringen – mit Blick auf die mallorquinischen Berge.

Mein Zimmer war stilvoll und elegant eingerichtet. Auf dem kleinen Kaffeetisch wartete eine liebevolle Aufmerksamkeit auf mich, und wenn es nach der Größe des Schranks ginge, hätte ich locker zwei bis drei Wochen bleiben können. Das Bett war so bequem, dass ich wirklich geschlafen habe wie auf Wolken.




Mein absolutes Highlight war allerdings die Terrasse. Durch eine kleine Flügeltür gelangt man hinaus auf eine riesige Fläche mit zwei Liegen, einem Sonnenschirm und einem kleinen Tisch mit Stühlen – und natürlich ganz viel Platz, um einfach mal durchzuatmen. Der Blick? Direkt auf den dritthöchsten mallorquinischen Berg.
Im Badezimmer trifft Naturstein auf minimalistische Eleganz – zwei große Waschbecken, perfekt ausgeleuchtete Spiegel (Selfie-approved 😄), eine Regenwasserdusche und eine abgetrennte Toilette.

Was ich besonders mochte: Natürlich war das Hotel an sich schon ein absoluter Traum. Aber mich hat vor allem begeistert, dass die ursprünglichen Räumlichkeiten des Castell erhalten und mit viel Feingefühl modernisiert wurden – stilvoll, aber niemals kühl.
Und dann ist da noch das Team: das Herzstück des Hauses. Man spürt sofort, dass hier Menschen arbeiten, die lieben, was sie tun. Alle begegnen einem mit echter Herzlichkeit – fast so, als wäre man Teil dieser großen Castell-Familie.

Nachhaltiger Luxus – Oliven, Gemüse & ganz viel Liebe zum Detail
Was mir sofort auffiel: Im Castell Son Claret wird Nachhaltigkeit nicht als Trend verkauft – sie ist einfach Teil des Alltags.
Auf dem riesigen Areal wachsen aktuell rund 30 Olivenbäume, das Ziel sind 190 – you go, Castello! 🫶

Die Oliven, Zitronen und Mandeln werden vom langjährigen Partner Esment gepflegt und geerntet. Das daraus entstehende Olivenöl wird anschließend lokal verarbeitet und direkt im Hotel verwendet – regionaler geht’s kaum.
Ebenso wird im hoteleigenen Gemüsegarten frisches Gemüse angepflanzt, und rund 25–30% des Stroms stammen bereits aus Solarenergie.
Aurora, die uns herzlich begrüßte, führte uns durch den Garten und erzählte, dass die Oliven nach der Ernte zunächst gelagert, dann gewaschen und schließlich mit Kräutern und Zitronenschalen eingelegt werden.
„Alles braucht seine Zeit – und genau das vergessen viele“, sagte sie lächelnd.
Diese Ruhe, dieses bewusste Tempo – das zieht sich durch das gesamte Haus. Vom Farm-to-Table-Konzept über den salzhaltigen Pool ohne Chlor bis hin zum eigenen Castell-Gin. Ja, richtig gehört: Der Barkeeper hat in Zusammenarbeit mit dem Team einen Gin und einen Vermouth entwickelt – inspiriert vom Zitronengarten direkt neben der Bar.

Kulinarik, die bleibt
Wenn man sich für Genuss interessiert, ist das Castell Son Claret sowieso ein Highlight. Das Restaurant Olivera serviert mediterrane Küche mit regionalem Twist – und im Sterne-Restaurant Zaranda (eines von nur vier Sterne-Restaurants auf Mallorca) wird es dann richtig besonders.
Hier trifft mallorquinische Tradition auf moderne Küche, und alles, was auf den Teller kommt, hat eine Geschichte.
Mein Tipp: Unbedingt den hauseigenen Gin probieren und vor allem auch die eigen angebauten Mandeln und Zitronen. Die Getränke sind wirklich eine Explosion.





Oliven, Sonne & das echte Mallorca
Neben dem Hotelprogramm hatte unsere kleine Reise auch ein paar Ausflüge im Gepäck – und die waren mindestens genauso besonders.
Los ging’s mit einer Olivenernte auf dem Hotelgelände. Ich hätte nie gedacht, dass Olivenpflücken so meditativ sein kann – aber da stand ich nun, unter der Sonne Mallorcas, zwischen alten Steinmauern und Zypressen, mit einem Korb in der Hand und einem Grinsen im Gesicht.
Am nächsten Tag ging es dann nach Sóller, in die familiengeführte Olivenpresse Ca’n Det – einer der ältesten Betriebe auf der Insel. Dort haben wir gesehen, wie das Öl entsteht, das in fast jeder mallorquinischen Küche zu finden ist: goldgelb, intensiv, duftend nach Sommer.
Mittags gab’s dann einen Abstecher an den Strand ins Restaurant Es Canyís – fangfrischer Fisch, Meerblick und ein Mousse au Chocolate zum Verlieben.


Zurück nach Palma ging es stilecht mit der Tram de Sóller aus dem Jahr 1912 – und ich glaube, ich habe selten eine schönere Aussicht gehabt.
Wusstet ihr übrigens, dass man, wenn man mit der Tram fährt, den besten Ausblick von beiden Seiten genießen kann?
Zunächst sieht man Sóller von oben auf der rechten Seite (in Fahrtrichtung), und kurz darauf öffnet sich auf der linken Seite der Blick Richtung Meer.

Kultur, Schokolade & ein bisschen Champagner
Bevor es zurück nach Zürich ging, wartete noch ein kulturelles Highlight: das Miró-Museum in Palma. Ein Ort voller Energie und Inspiration – und irgendwie der perfekte Abschluss eines Wochenendes, das sich so anders anfühlte als der typische Mallorca-Trip.
Danach ging’s noch in eine kleine Chocolaterie, wo ein lokaler Künstler Pralinen und Torten mit handwerklicher Präzision herstellt. Gemeinsam mit dem Castell arbeitet er auch bei Hochzeiten zusammen. Dazu ein Glas Champagner im „Narez y Cuart“ (so der Name der Boutique) – und ehrlich: besser kann man ein Wochenende nicht beenden.


Extra Tipps
Lage
Es Capdellà, im Westen Mallorcas – ca. 25 Minuten von Palma, 35 Minuten vom Flughafen.
Zimmer
43 Zimmer in 11 Kategorien (einige mit Terrasse oder privatem Garten).
Preis
ab ca. 400 € pro Nacht, variiert je nach Saison.
Besonderheiten
Zwei Pools (Salzwasser), Spa, eigener Gin & Vermouth, hauseigener Gemüsegarten, Olivenölproduktion.
Restaurant Tipp
Olivera & Zaranda (2 Michelin-Sterne).

Fazit
Ein Ort, der bleibt
Manche Orte sieht man – und sie bleiben.
Das Castell Son Claret ist genau so ein Ort. Ein Hideaway, das zeigt, wie anders Mallorca sein kann: leise, luxuriös, authentisch.
Hier geht’s nicht um Lautstärke, sondern um Ruhe. Nicht um Perfektion, sondern um Gefühl.
Wenn du also das nächste Mal denkst, Mallorca sei nur Party, Sangria und Sonnenbrand – fahr ins Landesinnere. Ins Castell Son Claret.
Und danke mir später 😉
